Potenziale der Geringqualifizierten am Arbeitsmarkt sind noch nicht ausgeschöpft

Gering qualifizierte Beschäftigte gehören nach wie vor zu den Verlierern im Hinblick auf die Teilhabe an Weiterbildung. Auch die Personalentwicklung hat diesen Personenkreis bislang nicht ausreichend als wichtige Ressource erkannt und gefördert. Zudem passen die bestehenden Fördermöglichkeiten oft nicht zu den tatsächlichen Bildungsbedarfen und den betrieblichen Rahmenbedingungen.

In den vergangenen Jahren hat sich, insbesondere durch die Arbeit der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekte gezeigt, dass es einerseits einen Grundbildungsbedarf gibt und andererseits erfolgreiche  Bildungsarrangements durchführbar sind, die ein nachträgliches Lernen am Arbeitsplatz ermöglichen.

So liegen zwar vielfältige Erfahrungen und Erkenntnisse mit „Arbeitsorientierter Grundbildung (AoG)“ vor, dennoch findet diese de facto ausgesprochen selten statt.

Arbeitsorientierte Grundbildung (AoG) – worum geht es?

AoG umfasst alle für die erfolgreiche Teilnahme an der Arbeitswelt erforderlichen Grundkompetenzen. Die Lernfelder für AoG leiten sich konsequent aus den „echten“ Handlungsanforderungen ab. Der jeweilige Arbeitsplatz mit seinen fachlichen, sozialen und personalen Anforderungen ist der Bezugspunkt. Bildungsbedarfe, werden sichtbar, wenn die Kompetenzen der Beschäftigten für die Bewältigung der Anforderungen am Arbeitsplatz nicht ausreichen. Veränderungen in Betriebsabläufen und komplexere Aufgaben werden Ausgangspunkt für Kompetenzentwicklung.

In der betrieblichen Bildungspraxis kristallisieren sich trotz großer Individualität branchenübergreifend Gemeinsamkeiten heraus. So richtet sich AoG an ähnliche Zielgruppen wie etwa geringer Qualifizierte oder an Menschen mit unzureichenden Deutschkenntnissen. Oft arbeiten diese Personen angelernt und/oder im Helferbereich. Dabei geht es in der AoG immer um das Ziel, Beschäftigungsfähigkeit durch Bildung zu erhalten oder zu entwickeln.

Thematisch umfasst AoG folgende Bildungsschwerpunkte:

  • mündliche und schriftliche Deutschkenntnisse
  • Rechenfähigkeiten
  • digitale Grundbildung
  • Basiskenntnisse in Englisch
  • Gesundheitskompetenzen
  • finanzielle Grundbildungskompetenzen
  • Schlüsselqualifikationen.